DBC Pierre: jesus von texas
Wenn Sachen nicht passieren, außer man sieht, wie sie passieren, passieren sie dann auch, wenn du weißt, daß sie passieren werden, aber du sagst es keinem …?
Als Jesus an seiner Schule ein Massaker verübt, seine Klassenkameraden, einen Lehrer und anschließend sich selbst umbringt ist sein einziger Freund Vernon Little (15) nicht anwesend. Er kommt verspätet zu der Tragödie und landet dann als einziger Überlebender der Klasse mittendrin. Verdächtigungen er sei an dem Massaker beteiligt gewesen, stürzen auf ihn ein, so dass sich sein Leben von einem „weichen elastischen Burrito” zu einem „Tortillachip” verändert.
Um den Beschuldigungen und den Verfolgungen durch die Presse, seiner Familie und der Justiz zu entgehen will Vernon nach Mexiko fliehen und verlässt sich dabei auf die von ihm angehimmelte Oberstufenschülerin Taylor, die ihn umgehend an die Polizei ausliefert. Trotz Alibi (das vor Gericht nicht zur Sprache kommt) wird Vernon zum Tode verurteilt.
Die bissigen Schilderungen seiner Mitmenschen und der gesamten Situation von Vernon Little während dieser Zeit sind sprachlich einmalig umgesetzt und machen diesen Roman wirklich zu etwas Besonderem. So wurde er vom Guardian mit South Park verglichen, was der Autor DBC Pierre (Pseudonym für Peter Warren Finlay) ausdrücklich Bejaht (Interview).
Neben diesem Vergleich mit South Park, dem ich durchaus zustimmen würde, erinnerte mich das Buch streckenweise aber auch an Der Prozess von Kafka. Der Glaube an den Sieg der Wahrheit lässt Vernon Little, abgesehen von seiner Flucht nach Mexiko, sehr passiv. Aber Vernon Little trifft im Gefängnis einen Mithäftling, der ihm sagt: „Du bist der Gott. Übernimm Verantwortung. Üb deine Macht aus.” Und so wird aus Vernon Little „Vernon God Little” (Titel der engl. Originalausgabe).
1 Kommentar »
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dieses buch is verdammt nochmal sau geil und ich würde den schriftsteller sogar auf das gleiche niveau wie charles bukowski stellen
selten so gute wahrheiten gelesen und selten so bei einem buch gelacht
Kommentar von Marie — Montag, 13. 03. 2006 @ 19:16