Sahanya

Sonntag, 24. 04. 2005

Lars von Trier: Dogville

Filed under: — Sahanya @ 11:00

Dogville Nachdem ich den Film damals im Kino verpasst hatte, habe ich es endlich geschafft ihn mir anzusehen und ich muss sagen ich bin rundum begeistert.

Aber zun├Ąchst zur Geschichte: Auf der Flucht vor Gangstern und der Polizei erreicht Grace (Nicole Kidman) das verschlafene und abgelegene Dorf Dogville in den Rocky Mountains. Sie trifft auf den Schriftsteller Tom (Paul Bettany), der die Dorfgemeinschaft dazu ├╝berredet Grace bei sich zu verstecken. Aufgrund ihres Wesens m├Âchte Grace dieses Angebot zuerst nicht annehmen, einigt sich aber schlie├člich mit den Dorfbewohnern darauf ihnen im Gegenzug Arbeiten abzunehmen, die „eigentlich nicht gemacht werden m├╝ssen”. Schon bald ist sie das Dienstm├Ądchen f├╝r alle. Durch ihre freundliche, hilfsbereite Art erarbeitet sich Grace die Zuneigung der Dorfbewohnern, die allerdings zunehmend ├Ąngstlicher werden, nachdem im Dorf Polizisten auf der Suche nach Grace auftauchen.

So schl├Ągt die harmonische Stimmung rasch um, als die Dorfbewohner ihre Macht erkennen, die sie ├╝ber Grace haben. Ihre anf├Ąnglich freiwillige Arbeit wird in einem rigiden Stundenplan geregelt, f├╝r die M├Ąnner wird sie zum Freiwild und die Frauen verachten und erniedrigen sie.

Aus dieser zunehmend mehr als bedr├╝ckenden Situation (aus der verletzlichen Grace ist eine Sklavin geworden), scheint es keinen Ausweg zu geben. Ihr einziger Halt ist der Schriftsteller Tom, der sich in sie verliebt hat. Als er sich jedoch zwischen Grace und der Dorfgemeinschaft entscheiden soll und erkennt, dass auch er die hohen moralischen Anspr├╝che, die Grace an sich selbst angelegt hat, jedoch niemals an die anderen, nicht erf├╝llt, beugt er sich der Dorfgemeinschaft. Er informiert die Gangster, die noch immer auf der Suche nach Grace sind ├╝ber ihren Aufenthaltsort und es kommt zum Finale.

Dieser gro├čartige Film, besticht vor allen Dingen durch seine Figuren und die minimalistische Ausstattung. Die B├╝hne, auf der die gesamte Handlung dargestellt ist und auf der sich nur die wichtigsten Requisiten befinden, l├Ą├čt dem Zuschauer gen├╝gend Spielraum f├╝r die eigene Phantasie und lenkt gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf die Charaktere. Schon nach kurzer Zeit f├Ąllt einem die fehlende Kulisse nicht mehr auf und man ist gefangen in der Welt von Dogville, die ├╝berall sein kann.

Ein Film ├╝ber Moral, Macht und Rache und wie man damit umgeht.

1 Kommentar

  1. der film ist unglaublich gut. trotz oder gerade wegen seiner l├Ąnge, den ungew├Âhnlichen sets und der packenden schauspielerischen darstellung. ganz gro├čes anspruchsvolles kino
    hier eine weitere kritik:
    http://www.resurrection-dead.de/dailydead/dogville

    Kommentar by michel — Donnerstag, 28. 08. 2008 @ 14:38

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